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Schritt 04 von 6

Serverstandorte & Protokolle

⏱ 15 Minuten · ◆ Einfach

Die App läuft — aber nicht jede Verbindung ist gleich gut. Welchen Server du wählst, welches Protokoll aktiv ist und ob Multi-Hop sinnvoll ist: Dieser Schritt erklärt die wichtigsten Einstellungen und wann du sie brauchst.

Welchen Server du wählen solltest — und warum

Nicht jeder VPN-Server ist gleich. Standort, Auslastung und Betreiber beeinflussen Geschwindigkeit, Datenschutz und Verlässlichkeit. Die meisten Nutzer öffnen die App und klicken auf „Schnellverbindung“ — das reicht für den Alltag, ist aber nicht immer optimal.

Die Grundregel: Wähle den Server nach dem Zweck, nicht nach dem nächstgelegenen Standort.

Für Alltag & Datenschutz
Nächstgelegener Server ohne bekannte Massenüberwachung. Für Deutschland: Schweiz, Island oder Niederlande bevorzugen. Schnell, nah, keine 14-Eyes-Mitgliedschaft.
Für maximale Anonymität
Mullvad: Multi-Hop-Verbindung (zwei Server in verschiedenen Ländern). Proton: Secure Core (Verkehr läuft zuerst durch Island oder Schweiz). Langsamer, aber deutlich stärker.
Für Streaming
Server im Zielland der Plattform — z.B. UK-Server für BBC iPlayer, US-Server für US-Netflix-Inhalte. NordVPN und Proton haben dafür optimierte Server.
Server die du meiden solltest
USA, UK, Australien, Kanada, Neuseeland — die sogenannten Five Eyes. Diese Länder tauschen Geheimdienstdaten aktiv aus. Bei sensiblen Aktivitäten besser meiden.

WireGuard oder OpenVPN — welches Protokoll du nutzen solltest

Das Protokoll entscheidet wie deine Verbindung aufgebaut wird — Geschwindigkeit, Stabilität und Sicherheit hängen davon ab. Die meisten modernen VPN-Apps wählen das Protokoll automatisch. Du musst nichts ändern — aber es hilft zu verstehen warum WireGuard die Standard-Empfehlung ist.

WireGuard — Empfehlung

  • Moderner, schlanker Code (ca. 4.000 Zeilen vs. 400.000 bei OpenVPN) — leichter zu prüfen
  • Deutlich schneller, weniger Akku-Verbrauch auf Mobile
  • Standard bei Mullvad, Proton und NordVPN
  • Standardmäßig aktiviert — nichts umstellen nötig

OpenVPN — Fallback

  • Älter, bewährter, aber langsamer
  • Sinnvoll wenn WireGuard blockiert wird (z.B. in China, Russland)
  • Port 443 (HTTPS) macht VPN-Traffic schwerer erkennbar
  • Nur manuell wechseln wenn WireGuard Probleme macht

Multi-Hop: wann es sich lohnt

Multi-Hop leitet deinen Verkehr durch zwei VPN-Server statt einen. Selbst wenn ein Server kompromittiert wird, kann niemand Eingangs- und Ausgangsverkehr gleichzeitig sehen und damit auf dich schließen.

Wann sinnvoll
Journalisten, Aktivisten, sensible Kommunikation, Nutzung in Ländern mit Überwachung. Auch dann wenn du dem VPN-Anbieter selbst nicht vollständig vertrauen willst.
Wann nicht nötig
Normaler Alltag, Streaming, öffentliches WLAN absichern. Multi-Hop ist langsamer — für den täglichen Gebrauch reicht ein einzelner gut gewählter Server.
Wo verfügbar
Mullvad: in der App unter „Multi-Hop“ aktivieren. Proton: Secure Core in den Einstellungen. NordVPN: Double VPN Server-Kategorie.

✅ Deine Checkliste für diesen Schritt

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Server und Protokoll sind klar — weiter zu Schritt 5: VPN testen.

💡 Tipps & Warnungen

💡Für den täglichen Gebrauch reicht Schnellverbindung + nächstgelegener Server. Server-Auswahl ist nur für spezifische Zwecke (Streaming, maximale Anonymität) relevant.
💡Die App zeigt oft einen Ping-Wert oder Auslastungsindikator. Wähle bei manueller Auswahl einen Server mit niedrigem Ping und unter 50% Auslastung.
⚠️Ein VPN verbirgt deinen Standort — aber es macht dich nicht unsichtbar. Wenn du in deinen Accounts angemeldet bist, weiß Google und Co. trotzdem wer du bist.
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