Firefox einrichten
Firefox ist von Haus aus besser als Chrome — aber nicht automatisch gut. Die Standardinstallation hat Telemetrie aktiviert, Google als Suchmaschine und mehrere Einstellungen, die du gezielt anpassen musst. Dieser Schritt zeigt genau was, wo und warum.
Bevor du anfängst
Firefox herunterladen unter firefox.com — kostenlos, für Windows, macOS und Linux. Alle folgenden Einstellungen erreichst du über das Menü oben rechts → Einstellungen, oder du tippst direkt about:preferences in die Adressleiste.
Einrichtung Schritt für Schritt
Firefox liefert standardmäßig Google als Suchmaschine aus. Das schickt jede Suchanfrage direkt an Google. DuckDuckGo speichert keine Suchanfragen und baut kein Nutzerprofil auf — für die meisten Suchanfragen reicht es vollständig aus.
Firefox hat einen eingebauten Schutz vor Aktivitätenverfolgung — aber die Standardeinstellung ist zu schwach. „Streng“ blockiert zusätzlich Fingerprinting-Skripte und Tracker auch außerhalb des privaten Modus. Auf manchen Seiten kann das dazu führen, dass Inhalte nicht laden — dann kannst du den Schutz für genau diese Seite per Klick auf das Schloss-Symbol in der Adressleiste vorübergehend abschalten.
Firefox sendet standardmäßig Nutzungsdaten, Interaktionsdaten und führt im Hintergrund Studien durch — alles aktiviert. Das lässt sich komplett abschalten. Alle folgenden Häkchen entfernen:
· Daten zu technischen Details und Interaktionen senden — deaktivieren
· Personalisierte Erweiterungsempfehlungen — deaktivieren
· Studien installieren und durchführen — deaktivieren
· Firefox erlauben, Funktionen per Fernzugriff zu verbessern — deaktivieren
· Täglichen Nutzungs-Ping senden — deaktivieren
Dieser Modus stellt sicher, dass Firefox grundsätzlich nur verschlüsselte Verbindungen aufbaut. Bei Seiten, die kein HTTPS anbieten, erscheint eine Warnung — du kannst dann selbst entscheiden, ob du fortfahren willst.
Standardmäßig ist DNS over HTTPS in Firefox ausgeschaltet. Das bedeutet, dein Internetanbieter sieht alle Domains, die du aufrufst — auch wenn die Seiteninhalte selbst verschlüsselt sind. „Maximaler Schutz“ erzwingt immer verschlüsseltes DNS, ohne Rückfall auf den Systemresolver. Quad9 hat seinen Sitz in der Schweiz und blockiert zusätzlich bekannte Schadsoftware-Domains.
Firefox speichert und füllt standardmäßig Zahlungsinformationen und Adressen automatisch aus. Das ist ein unnötiges Risiko — diese Daten gehören in einen dedizierten Passwortmanager, nicht in den Browser.
→ Adressen und mehr → „Adressen speichern und automatisch ausfüllen“ deaktivieren
Firefox ist der einzige große Browser, auf dem uBlock Origin noch vollständig funktioniert. Das ist ein echter Vorteil — und der einzige Fall, in dem eine Erweiterung sinnvoll ist. uBlock Origin blockiert Werbung, Tracker und schädliche Domains deutlich aggressiver als der eingebaute Schutz allein. Keine weiteren Erweiterungen nötig.
Nach der Installation: Einstellungen von uBlock Origin öffnen → „Filterlistenauswahl“ → „uBlock filters – Annoyances“ aktivieren
Was mit dem Firefox-Passwortmanager?
Firefox hat einen eigenen Passwortmanager eingebaut. Er ist besser als gar keiner — aber er ist kein Ersatz für einen dedizierten Passwortmanager wie Bitwarden oder Proton Pass. Wer bereits einen guten Passwortmanager nutzt, sollte den Firefox-eigenen deaktivieren, um Duplikate zu vermeiden.
Was das integrierte Firefox-VPN soll
In den Datenschutzeinstellungen bewirbt Firefox sein eigenes VPN. Es stammt von Mozilla und basiert auf Mullvad-Infrastruktur — grundsätzlich kein schlechtes Produkt. Aber ein VPN gehört nicht als Browser-Einstellung, sondern als eigenständige Schutzschicht. Was ein VPN leistet und welche Anbieter wirklich schützen, erklärt das VPN-Playbook.
Kurz zu LibreWolf
LibreWolf ist ein Firefox-Fork mit voreingestellten Privacy-Einstellungen, entfernter Telemetrie und vorinstalliertem uBlock Origin. Im Wesentlichen ist es das, was du mit dieser Anleitung selbst aufgebaut hast — nur ohne die Einrichtungsarbeit.
Der entscheidende Nachteil: LibreWolf hat keinen automatischen Update-Mechanismus. Sicherheitspatches erscheinen meist 1–3 Tage nach Firefox — klingt wenig, ist aber in der Praxis ein Risiko für Nutzer, die Updates nicht aktiv selbst verwalten. Für technisch versierte Nutzer, die Updates im Blick behalten, ist LibreWolf eine Option. Für alle anderen ist selbst eingerichtetes Firefox die solidere Wahl.
Freikompass gibt Orientierung – keine rechtliche, finanzielle oder technische Beratung. Alle Inhalte sind nach bestem Wissen zusammengestellt, aber Regeln, Preise und Rahmenbedingungen ändern sich. Prüfe kritische Punkte immer selbst, ziehe bei Bedarf Fachleute hinzu und triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich. Wer selbst denkt, kommt weiter.