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Schritt 03 · Browser Privacy

Brave Browser sinnvoll einrichten

Brave einrichten heißt vor allem: das Richtige weglassen. Der Vorteil von Brave ist seine Einfachheit — und die lässt sich durch zu viele Extras schnell wieder zerstören.

Was Brave von Haus aus mitbringt

Brave ist der einzige verbreitete Browser, der Tracker und Werbung standardmäßig blockiert — ohne dass du eine Erweiterung installieren musst. Das macht einen sofort spürbaren Unterschied: Seiten laden schneller, weniger Tracking im Hintergrund, weniger Datenweitergabe an Werbenetze.

Das ist der Kern. Alles, was du jetzt noch tust, ist diesen Kern absichern — und die Extras loswerden, die Brave selbst hinzugefügt hat, ohne dass du sie brauchst.

Einrichtung Schritt für Schritt

1
Shields-Stufe auf „Aggressiv“ setzen

Brave blockiert standardmäßig Tracker und Werbung — aber nicht in der stärksten Stufe. Für die meisten Websites funktioniert „Aggressiv“ problemlos. Wenn eine Seite dadurch nicht mehr richtig lädt, kannst du die Stufe für genau diese Seite per Klick auf das Brave-Symbol in der Adressleiste anpassen.

Einstellungen → Schutz → Tracker & Anzeigenblockierung → „Aggressiv“ wählen
2
Social-Media-Einbettungen deaktivieren

Standardmäßig erlaubt Brave eingebettete Facebook-Posts und Tweets auf Websites. Diese Einbettungen laden Inhalte direkt von Facebook und X — auch wenn du dort kein Konto hast oder nicht eingeloggt bist. Das ist ein oft übersehenes Tracking-Leck.

Einstellungen → Schutz → Social-Media-Sperrung → alle drei Schalter deaktivieren
3
WebRTC absichern

WebRTC ist eine Browser-Funktion für Videoanrufe und ähnliches. Sie kann deine echte IP-Adresse verraten — auch wenn du ein VPN nutzt. Die Standardeinstellung ist hier nicht ausreichend.

Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → WebRTC-IP-Nutzungsrichtlinien → „Nur öffentliche Standard-IP-Adressen verwenden“ wählen
4
DNS over HTTPS aktivieren

Ohne diese Einstellung sieht dein Internetanbieter alle Domains, die du aufrufst — auch wenn die Inhalte selbst verschlüsselt sind. DNS over HTTPS schiebt eine zusätzliche Schutzschicht davor.

Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Sicheres DNS verwenden → Aktivieren → Anbieter: Quad9 (empfohlen, Sitz Schweiz) oder Cloudflare
5
Brave Rewards deaktivieren

Brave Rewards ist ein eingebautes Werbesystem — du siehst bestimmte Anzeigen und bekommst dafür BAT-Kryptotokens. Das widerspricht dem Schutzziel. Wer es nicht aktiv nutzt, sollte es abschalten.

Einstellungen → Brave Rewards → Rewards deaktivieren
6
Brave Leo ignorieren oder einschränken

Brave Leo ist ein KI-Assistent, der direkt im Browser-Menü erscheint. Er sendet Anfragen an externe Server — nicht an Braves eigene Infrastruktur. Wer ihn nicht nutzt, braucht nichts zu tun. Wer ihn komplett ausblenden will:

Einstellungen → Leo → „Im Kontextmenü anzeigen“ deaktivieren
7
Keine Erweiterungen installieren

Brave braucht keine zusätzlichen Privacy-Erweiterungen. Jede Erweiterung hat Zugriff auf alle aufgerufenen Seiten, kann selbst Daten sammeln und macht dich über Fingerprinting erkennbarer. Der Vorteil von Brave liegt gerade darin, ohne Erweiterungsflut auszukommen.

Was Brave kann — und was nicht

Was Brave gut macht
  • Tracker und Werbung ohne Aufwand blockieren
  • Fingerprinting-Schutz eingebaut
  • Chrome-kompatibel, kaum Lernkurve
  • Regelmäßige Sicherheitsupdates
  • Sinnvoll auf Desktop und Android
Was Brave nicht kann
  • Verbindung anonymisieren (kein Tor)
  • IP-Adresse verbergen — dafür ist ein VPN zuständig
  • DNS-Anfragen ohne DoH-Einstellung schützen
  • Fingerprinting vollständig eliminieren
Browser und VPN schützen auf unterschiedlichen Ebenen — und ergänzen sich. Was ein VPN leistet und welcher Anbieter wirklich schützt, erklärt das VPN-Playbook.
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