Fortschritt
5 / 8
Schritt 05 · Versorgung

Haushalt vorbereiten

Ohne Strom fällt im Haushalt viel mehr weg, als man denkt: Herd, Kühlschrank, Heizung, oft auch Wasserdruck. Mit ein paar pragmatischen Lösungen bleibt der Alltag handhabbar — ohne teure Spezialausrüstung.

Was im Haushalt plötzlich anders wird

Stromausfall heißt: kein Herd, kein Kühlschrank, keine Heizung (bei Gasthermen oft auch nicht), kein warmes Wasser, oft kein Wasserdruck (bei Pumpstationen). Die Liste wirkt abschreckend — ist aber mit ein paar einfachen Vorbereitungen gut zu bewältigen.

Die meisten dieser Themen lassen sich mit günstigen Lösungen abfedern. Teuer wird es nur, wenn man Wochen im Winter überbrücken will — das ist aber nicht das Ziel dieses Playbooks.

Kochen ohne Strom

Ein einfacher Camping-Gaskocher mit zwei Schraubkartuschen ist die pragmatischste Lösung: 30–60 € Investition, reicht für mehrere Tage Kochen.

  • Ein Kocher mit CV-470-Kartuschen ist weit verbreitet und überall nachkaufbar
  • Zwei volle Kartuschen reichen für einen Haushalt mehrere Tage
  • Nur mit guter Belüftung verwenden — nie in geschlossenen Räumen
  • Ein einfacher Topf und Pfanne reichen
⚠️ Sicherheit: Gaskocher produzieren CO und CO₂. Fenster auf, nie über Nacht stehen lassen, nie in kleinen Räumen wie Bad oder Abstellkammer. Ein CO-Warner ist eine sinnvolle Ergänzung.

Wasser im Haushalt

Trinkwasser hast du aus Schritt 1. Für den restlichen Haushalt brauchst du eventuell mehr — Spülen, Händewaschen, Toilette. Hier reichen Alltags-Reserven:

  • Badewanne voll Wasser als Reserve (50–150 Liter) — wenn das Wasser noch läuft, gleich zu Beginn füllen
  • Ein paar 5-Liter-Kanister im Keller für den Fall, dass die Badewanne nicht geht
  • Für die Toilette reicht Grauwasser (Regenwasser, Spülwasser)

Kühlschrank und Gefrierschrank

Ein geschlossener Kühlschrank hält ca. 4–6 Stunden, ein voller Gefrierschrank 24–48 Stunden. Je voller, desto länger. Die wichtigste Regel: Tür nicht öffnen.

  • Bei Vorwarnung: Wasser in Plastikflaschen einfrieren — kühlt länger
  • Kühlboxen mit Kühlakkus überbrücken stundenweise
  • Verderbliche Lebensmittel nach 4–6 Stunden im Kühlschrank einschätzen
  • Tiefkühlware kann nach dem Auftauen noch gekocht werden, aber nicht wieder einfrieren

Heizung im Winter

Das ist der kritischste Punkt. Die meisten modernen Heizungen (Gas, Öl, Pellets, Wärmepumpe) brauchen Strom für Pumpen und Steuerung. Fällt der Strom aus, wird es kalt — wie schnell, hängt von Dämmung und Außentemperatur ab.

  • Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke griffbereit
  • Ein Raum zum gemeinsamen Aufhalten (Körperwärme)
  • Kerzen helfen psychologisch mehr als thermisch — nicht überschätzen
  • Kleine Katalytöfen mit Gaskartusche: nur mit Lüftung, nie in kleinen Räumen
💡 Wärmeinseln: Statt die ganze Wohnung zu heizen, einen Raum als Wärmeinsel nutzen. Bett, Decken, eng zusammen. Moderne Schlafsäcke (bis –10°C) sind eine günstige Investition.

Hygiene und Abfall

Ohne Wasserdruck wird die Toilette zum Problem. Ein paar einfache Regeln helfen:

  • Toilette mit Eimerwasser spülen (Grauwasser reicht)
  • Müllbeutel in den Eimer, mit Katzenstreu oder Sägespänen — geruchsbindend
  • Handdesinfektion und Feuchttücher für die normale Körperpflege
  • Bei längerem Ausfall: Hygiene ist wichtiger als gewohnte Sauberkeit
🧭
Orientierung, keine Garantie

Freikompass gibt Orientierung – keine rechtliche, finanzielle oder technische Beratung. Alle Inhalte sind nach bestem Wissen zusammengestellt, aber Regeln, Preise und Rahmenbedingungen ändern sich. Prüfe kritische Punkte immer selbst, ziehe bei Bedarf Fachleute hinzu und triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich. Wer selbst denkt, kommt weiter.

Freikompass ist ein Solo-Projekt ohne Werbung. Wenn dir das Playbook geholfen hat, kannst du es hier unterstützen: paypal.me/freikompass