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Passwörter migrieren

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Passwörter migrieren heißt, vorhandene Logins sauber zu importieren, doppelte oder schwache Einträge zu prüfen und wichtige Konten zuerst abzusichern. Viele Browser und Passwortspeicher erlauben einen Export und anschließenden Import — ersetzt aber nicht die eigentliche Bereinigung. Besonders wichtig ist dabei der sichere Umgang mit der Export-Datei, denn eine CSV enthält Passwörter im Klartext.

Passwörter migrieren: So gehst du sauber vor

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    Bestehende Passwörter exportieren: meist aus Browser oder altem Passwortspeicher in eine Import-Datei.
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    In den neuen Passwortmanager importieren: damit du nicht bei null anfangen musst.
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    Audit durchführen: schwache, doppelte oder kompromittierte Passwörter identifizieren.
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    Kritische Konten priorisieren: Mail, Banking, Zahlungsdienste, Cloud und zentrale Plattformen zuerst.
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    Die Export-Datei sicher löschen: inklusive Papierkorb, weil die Datei alle Passwörter offen enthalten kann.

Passwörter migrieren: Warum Import sinnvoll ist

Viele scheitern nicht an der Einrichtung des Passwortmanagers, sondern an der Masse alter Logins. Import spart an dieser Stelle enorm viel Zeit. Statt dutzende Konten einzeln anzulegen, holst du dir zunächst deinen aktuellen Bestand in das neue System.

Wichtig ist aber: Ein Import ist keine Bereinigung. Du übernimmst damit oft auch Altlasten, doppelte Passwörter, veraltete Logins oder problematische Muster. Der eigentliche Wert entsteht erst danach durch Audit, Priorisierung und schrittweise Verbesserung.

Die heikle Stelle: CSV-Dateien sind Klartext

Das Risiko

  • eine Export-Datei enthält häufig alle Logins unverschlüsselt
  • wer Zugriff auf die Datei hat, sieht Benutzername und Passwort direkt
  • auch der Papierkorb oder Download-Ordner darf nicht vergessen werden
  • liegen gelassene CSV-Dateien sind ein unnötiges Sicherheitsproblem

Der richtige Umgang

  • Export nur dann erstellen, wenn du direkt importierst
  • Datei nicht herumliegen lassen oder weiterkopieren
  • nach erfolgreichem Import sofort löschen
  • anschließend auch den Papierkorb leeren

Passwörter migrieren: Was ein Passwort-Audit dir zeigt

Nach dem Import solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass jetzt alles erledigt ist. Gute Passwortmanager zeigen dir problematische Bereiche oft direkt an.

Wiederverwendete Passwörter
Das ist meist das größte Problem. Sobald ein Passwort mehrfach auftaucht, kann ein einzelner Leak schnell weitere Konten gefährden.
Schwache Passwörter
Kurze, einfache oder alte Muster solltest du besonders bei wichtigen Konten möglichst früh durch neue, starke Passwörter ersetzen.
Kompromittierte Logins
Manche Tools weisen darauf hin, wenn ein Passwort in bekannten Leaks aufgetaucht ist. Solche Konten haben hohe Priorität.
Altlasten
Nach dem Import tauchen oft veraltete oder doppelte Konten auf. Auch das ist wertvoll, weil du endlich siehst, wo Ordnung fehlt.

Passwörter migrieren: Welche Konten du zuerst ändern solltest

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    Mailkonto: höchste Priorität, weil darüber Passwort-Resets, Benachrichtigungen und weitere Zugänge laufen.
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    Banking, PayPal und Zahlungsdienste: alles, was direkt mit Geld oder Zahlungsdaten zusammenhängt.
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    Cloud, Identitäts- und Hauptkonten: etwa zentrale Plattformen, Shops oder Geräte-Accounts.
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    Social Media und weitere Dienste: danach der Rest, geordnet und ohne Hektik.

Nicht alles an einem Abend

Migration wird schnell unübersichtlich, wenn du versuchst, sofort jedes alte Passwort aufzuräumen. Sinnvoller ist ein klarer Plan.

Pragmatischer Weg

  • kritische Konten sofort erledigen
  • danach 5–10 Passwörter pro Woche
  • beim normalen Einloggen nach und nach bereinigen
  • Schritt für Schritt statt Überforderung

Ungünstiger Weg

  • alles an einem Abend durchziehen wollen
  • zwischen Import, Audit und Änderungen den Überblick verlieren
  • genervt abbrechen und das System wieder liegen lassen
  • CSV-Datei danach versehentlich aufbewahren

Wichtige Hinweise zu typischen Tools

Bitwarden
Gesundheitsberichte oder ähnliche Audit-Funktionen helfen dir, kompromittierte, wiederverwendete und schwache Passwörter gezielt zu erkennen.
1Password
Watchtower oder vergleichbare Funktionen zeigen dir, wo Handlungsbedarf besteht und welche Konten zuerst bereinigt werden sollten.
Wichtiger als der Name
Entscheidend ist nicht das Tool-Label, sondern dass du die Audit-Funktion wirklich nutzt und danach konsequent priorisierst.

✅ Deine Checkliste für diesen Schritt

Schritt 04 abgeschlossen 🎉
Die Altbestände sind im System — weiter zu Schritt 5: 2FA verstehen.

💡 Tipps & Warnungen

💡 Priorität: zuerst Mail, dann Banking und Zahlungsdienste, danach Cloud- und Hauptkonten. Der Rest kann geplant in kleinen Etappen folgen.
💡 Nutze die Audit-Funktion deines Passwortmanagers wirklich aktiv. Sie ist nach dem Import oft der schnellste Weg, um die größten Schwachstellen sichtbar zu machen.
⚠️ Die exportierte CSV-Datei enthält in vielen Fällen alle Passwörter im Klartext. Nach dem Import sofort löschen und den Papierkorb leeren.
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