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Schritt 01 von 5

Wie viel Notvorrat brauchst du wirklich?

⏱ 15 Minuten · ◆ Einfach

Bevor du einkaufst, lohnt sich eine ehrliche Einschätzung: Für wie viele Personen, für wie lange — und was ist realistisch? Wer das klar hat, kauft sinnvoll statt hektisch.

72 Stunden oder 10 Tage?

Die Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) lautet: mindestens 10 Tage. Das klingt nach viel — ist aber der Zeitraum, den Behörden bei größeren Versorgungsausfällen für realistisch halten, bevor externe Hilfe flächendeckend verfügbar ist.

Wenn 10 Tage überfordern, starte mit 72 Stunden. Das ist der Mindestzeitraum, in dem du dich selbst versorgen können solltest, bevor organisierte Hilfe ankommt. Danach ausbaufähig.

72 Stunden — das Minimum
Deckt kurzfristige Ausfälle ab: lokaler Stromausfall, Unwetter, Lieferengpass. Schnell erreichbar, guter Einstieg.
10 Tage — die BBK-Empfehlung
Realistisch für größere Ereignisse: überregionaler Netzausfall, Infrastrukturausfall, Naturkatastrophe. Ziel für den vollständigen Aufbau.

Bedarfsrechnung: Haushalt erfassen

Geh deinen Haushalt einmal durch. Die wichtigsten Faktoren:

Personengruppe Besonderheit beim Bedarf
ErwachseneStandardwerte als Basis
Kinder unter 12weniger Menge, aber ggf. spezielle Lebensmittel (z. B. Babynahrung)
Ältere Menschenoft Medikamente — separaten Vorrat prüfen
HaustiereFutter, Wasser und Medikamente separat einplanen
Personen mit Einschränkungenmedizinische Geräte, Strom, spezielle Lebensmittel beachten

Richtwerte für einen 2-Personen-Haushalt / 10 Tage

Als Orientierung — die genauen Mengen kommen in den folgenden Schritten:

Wasser
ca. 40–60 Liter Trinken + Kochen, plus Hygienewasser (insgesamt ~100 Liter)
Lebensmittel
Kalorienziel ~2.000 kcal/Person/Tag — haltbare Grundnahrungsmittel, keine Spezialprodukte
Kochen ohne Strom
Campingkocher mit 2–3 Gaskartuschen reicht für 10 Tage einfaches Kochen
Kosten gesamt
ca. 150–400 € — je nach was bereits im Haushalt vorhanden ist

Der wichtigste Grundsatz: Kaufe, was du sowieso isst

Der häufigste Fehler beim Notvorrat ist der Griff zu Produkten, die man „für den Ernstfall“ kauft — aber im Alltag nie anrührt. Abgelaufene Konserven, unbekannte Trockenmahlzeiten, Knäckebrot das niemand mag.

Besser: Einfach etwas mehr von dem kaufen, was du ohnehin verwendest. Nudeln, Reis, Konserven, die du kennst. Das rotiert sich von selbst und schmeckt auch im Normalbetrieb.

✅ Deine Checkliste für diesen Schritt

Schritt 01 abgeschlossen 🎉
Grundlage geschaffen — weiter zu Schritt 2: Wasser.

💡 Tipps & Hinweise

💡Fang nicht mit allem auf einmal an. Wer jeden Einkauf etwas mehr kauft, hat in 4–6 Wochen einen soliden Grundvorrat — ohne Extrakosten.
ℹ️Medikamente sind der oft vergessene Punkt. Wer regelmäßige Medikamente nimmt, sollte prüfen ob ein kleiner Reserve-Vorrat möglich ist — mit dem Arzt absprechen.