Wie viel Notvorrat brauchst du wirklich?
Bevor du einkaufst, lohnt sich eine ehrliche Einschätzung: Für wie viele Personen, für wie lange — und was ist realistisch? Wer das klar hat, kauft sinnvoll statt hektisch.
72 Stunden oder 10 Tage?
Die Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) lautet: mindestens 10 Tage. Das klingt nach viel — ist aber der Zeitraum, den Behörden bei größeren Versorgungsausfällen für realistisch halten, bevor externe Hilfe flächendeckend verfügbar ist.
Wenn 10 Tage überfordern, starte mit 72 Stunden. Das ist der Mindestzeitraum, in dem du dich selbst versorgen können solltest, bevor organisierte Hilfe ankommt. Danach ausbaufähig.
Bedarfsrechnung: Haushalt erfassen
Geh deinen Haushalt einmal durch. Die wichtigsten Faktoren:
| Personengruppe | Besonderheit beim Bedarf |
|---|---|
| Erwachsene | Standardwerte als Basis |
| Kinder unter 12 | weniger Menge, aber ggf. spezielle Lebensmittel (z. B. Babynahrung) |
| Ältere Menschen | oft Medikamente — separaten Vorrat prüfen |
| Haustiere | Futter, Wasser und Medikamente separat einplanen |
| Personen mit Einschränkungen | medizinische Geräte, Strom, spezielle Lebensmittel beachten |
Richtwerte für einen 2-Personen-Haushalt / 10 Tage
Als Orientierung — die genauen Mengen kommen in den folgenden Schritten:
Der wichtigste Grundsatz: Kaufe, was du sowieso isst
Der häufigste Fehler beim Notvorrat ist der Griff zu Produkten, die man „für den Ernstfall“ kauft — aber im Alltag nie anrührt. Abgelaufene Konserven, unbekannte Trockenmahlzeiten, Knäckebrot das niemand mag.
Besser: Einfach etwas mehr von dem kaufen, was du ohnehin verwendest. Nudeln, Reis, Konserven, die du kennst. Das rotiert sich von selbst und schmeckt auch im Normalbetrieb.