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Schritt 4: Bargeld & Dokumente sichern

Ohne Strom funktioniert kein Geldautomat – warum Bargeld überlebenswichtig ist
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💶 Warum Bargeld bei einem Blackout so wichtig ist

Bei einem längeren Stromausfall fallen aus:

  • Geldautomaten: Funktionieren ohne Strom nicht
  • Kartenzahlung: EC-Terminals sind offline
  • Online-Banking: Ohne Internet nicht erreichbar
  • Mobile Payment: Apps funktionieren nicht (kein Internet, Handy-Akku leer)

⚠️ Das Problem

Selbst wenn Geschäfte geöffnet haben: Ohne Bargeld kannst du nichts kaufen. Keine Lebensmittel nachkaufen, kein Wasser, keine Medikamente, kein Benzin.

Wie viel Bargeld zu Hause?

Haushalt Empfohlene Menge Zweck
Single 200–500 € Notfall-Einkäufe, Benzin
Paar / 2 Personen 300–700 € Lebensmittel, Medikamente, Tank auffüllen
Familie (4 Personen) 500–1.000 € Vorräte nachkaufen, Notfall-Reparaturen

💡 Faustregel: 1 Woche Lebenshaltungskosten

Rechne grob, was du in einer normalen Woche für Lebensmittel, Tanken und Alltagsausgaben brauchst – diese Summe als Bargeld zu Hause haben.

Die richtige Stückelung

  • Kleine Scheine bevorzugen: 5 €, 10 €, 20 € (nicht nur 50er und 100er!)
    • Geschäfte können oft nicht wechseln
    • Große Scheine wecken Aufmerksamkeit
  • Münzen einplanen: 1 €, 2 €, auch 50 Cent (für kleine Beträge)
  • Beispiel-Aufteilung für 500 €:
    • 10× 20 € = 200 €
    • 20× 10 € = 200 €
    • 20× 5 € = 100 €
    • Münzen = ~20-30 €

Tipp: Verteile das Bargeld auf mehrere Verstecke (nicht alles an einem Ort). Falls eingebrochen wird, verlierst du nicht alles auf einmal.

Wo aufbewahren?

  • Kleiner Tresor zu Hause (fest verschraubt)
    • Feuerfest (Dokumente + Bargeld)
    • 50–150 € je nach Größe
  • Verstecke in der Wohnung:
    • NICHT in Schubladen, unter Matratze, in Schrank (zu offensichtlich)
    • Besser: In Büchern (ausgehöhlt), hinter Bilderrahmen, in Putzmittelbehältern
    • Mehrere kleine Verstecke statt einem großen
  • Notfallbeutel / Fluchtrucksack:
    • 50–100 € für den Fall, dass du schnell weg musst

⚠️ Sicherheitshinweis

Erzähle nicht jedem, dass du Bargeld zu Hause hast. Auch nicht Nachbarn oder Bekannten – Informationen verbreiten sich schnell.

📄 Wichtige Dokumente – griffbereit und geschützt

Bei einem Blackout oder einer Evakuierung brauchst du schnellen Zugriff auf wichtige Dokumente.

Welche Dokumente griffbereit haben?

Identität & Behörden:

  • Personalausweis / Reisepass (Original + Kopie)
  • Geburtsurkunde, Heiratsurkunde
  • Führerschein, Fahrzeugschein
  • Aufenthaltstitel (falls zutreffend)

Gesundheit:

  • Krankenversicherungskarte (Kopie)
  • Impfpass (Original + Kopie)
  • Allergiepass, Blutgruppenausweis
  • Medikamentenliste mit Dosierungen
  • Arztbriefe, OP-Berichte (bei chronischen Krankheiten)
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht

Finanzen & Versicherungen:

  • Versicherungspolicen (Haftpflicht, Hausrat, Gebäude)
  • Bankverbindungen (Kontonummern, IBAN)
  • Grundbuchauszug (Hausbesitzer)
  • Miet- oder Kaufvertrag der Wohnung/Haus
  • Testament (Kopie)

Kontakte:

  • Wichtige Telefonnummern (ausgedruckt! siehe Schritt 3)
  • Kontaktdaten Arzt, Apotheke, Versicherung
  • Notfallkontakte (Familie, Nachbarn)

Wie Dokumente aufbewahren?

3-Ebenen-System:

  1. Originale im Tresor: Feuerfester Tresor oder Bankschließfach (Geburtsurkunden, Testament, Grundbuchauszug)
  2. Kopien griffbereit: Dokumentenmappe zu Hause (in wasserdichter Hülle oder Ordner)
  3. Digitale Backup: USB-Stick + Cloud (alle Dokumente eingescannt)

💡 Tipp: Dokumentenmappe für den Notfall

Lege dir eine wasserdichte Dokumentenmappe an (z. B. Ordner in Zip-Tasche), die du im Notfall schnell greifen kannst. Darin: Kopien aller wichtigen Dokumente, Bargeld, USB-Stick.

💾 Notfall-USB-Stick – alle Dokumente digital

Ein USB-Stick mit allen wichtigen Dokumenten ist deine digitale Lebensversicherung.

Was auf den Notfall-USB?

  • Scans aller Dokumente (siehe oben – Ausweis, Versicherungen, Gesundheit)
  • Wichtige Fotos: Familienfotos, Fotos von Eigentum (für Versicherung bei Schaden)
  • Passwörter & Zugangsdaten (verschlüsselt! z. B. mit VeraCrypt oder Passwort-Manager-Export)
  • Notfallkontakte als Text-Datei
  • Medizinische Daten: Blutgruppe, Allergien, Medikamente

Format: PDF bevorzugen (plattformunabhängig). Dateinamen logisch benennen (z. B. „Ausweis_Max_Mustermann.pdf“).

USB-Stick verschlüsseln

  • Warum verschlüsseln? Falls du den USB-Stick verlierst, kann niemand deine Daten lesen
  • Tools:
    • VeraCrypt: Kostenlos, Open Source, sehr sicher
    • BitLocker: In Windows integriert (Pro-Version)
    • FileVault: macOS-Verschlüsselung
  • Passwort: Stark, aber merkbar (nicht auf USB-Stick schreiben!)
  • Backup des USB: Zweiter USB-Stick als Kopie (an anderem Ort lagern)

Wichtig: Teste regelmäßig (alle 6 Monate), ob der USB-Stick noch funktioniert und die Verschlüsselung sich öffnen lässt.

Cloud-Backup (optional)

  • Zusätzlich zum USB: Dokumente in verschlüsselter Cloud speichern
  • Anbieter: Google Drive, Dropbox, OneDrive, Nextcloud (selbst gehostet)
  • Verschlüsselung: Dateien VOR dem Upload verschlüsseln (z. B. mit Cryptomator)
  • Vorteil: Zugriff von überall, auch wenn USB verloren geht
  • Nachteil: Bei Blackout kein Internet → USB ist wichtiger!

Strategie: 3-2-1-Regel

3 Kopien deiner Daten (Original + 2 Backups)
2 verschiedene Medien (USB + Cloud)
1 Kopie außer Haus (z. B. bei Verwandten oder in Cloud)

📸 Fotos von Eigentum (für Versicherung)

Bei Schäden durch Feuer, Wasser oder Einbruch brauchst du Beweise für die Versicherung.

  • Fotografiere deine Wohnung/Haus: Alle Räume, Möbel, Elektrogeräte
  • Wertgegenstände extra: Laptop, Fernseher, Schmuck, Kunstwerke (mit Seriennummern, falls vorhanden)
  • Kaufbelege sammeln: Für teure Anschaffungen aufbewahren (eingescannt auf USB)
  • Aktuell halten: Alle 1–2 Jahre neu fotografieren

Im Schadensfall kannst du der Versicherung genau nachweisen, was du besessen hast – das beschleunigt die Regulierung erheblich.

Mini-Check

  • Bargeld: 200–1.000 € zu Hause (je nach Haushaltsgröße)
  • Stückelung: Kleine Scheine (5 €, 10 €, 20 €) + Münzen
  • Verstecke: Bargeld auf mehrere Orte verteilt
  • Dokumente (Kopien): In Dokumentenmappe griffbereit
  • Dokumente (Original): Im Tresor oder Bankschließfach
  • Notfall-USB: Alle Dokumente eingescannt und verschlüsselt
  • USB-Backup: Zweiter USB-Stick an anderem Ort
  • Fotos von Eigentum: Für Versicherung vorhanden
  • Test: USB-Stick alle 6 Monate prüfen

Weiter? Dann bereite deinen Haushalt vor.

Im nächsten Schritt erfährst du, wie du ohne Strom kochst, Wasser aufbereitest und deine Wohnung warm hältst.