Playbook:

Schritt 2: Licht & Energie sichern

Ohne Strom sehen, laden, heizen – deine Backup-Strategie
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🔦 Licht ohne Strom

In einem Blackout ist die erste Herausforderung: Orientierung im Dunkeln. Du brauchst mehrere Lichtquellen – eine reicht nicht.

Taschenlampen & Stirnlampen

  • LED-Taschenlampe: Mindestens 2 Stück pro Haushalt
  • Stirnlampe: Hände bleiben frei (Kochen, Reparieren)
  • Ersatzbatterien: Großzügig bevorraten (AA, AAA)
  • Kurbel-Taschenlampe: Funktioniert ohne Batterien

💡 Tipp: LED-Leuchten bevorzugen

LED-Taschenlampen verbrauchen weniger Energie und haben eine deutlich längere Leuchtdauer als alte Glühbirnen-Modelle.

Kerzen & Feuer

  • Kerzen: 10–20 Stück (lange Brenndauer)
  • Teelichter: 50–100 Stück (günstig, lange lagerbar)
  • Streichhölzer: mehrere Packungen
  • Feuerzeuge: 3–5 Stück (auch wenn du Nichtraucher bist)
  • Kerzenhalter: Standfest und sicher

⚠️ Sicherheitshinweis

Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. Fenster kippen oder kurz lüften (Sauerstoff!). Kerzen nicht in der Nähe von Vorhängen, Papier oder brennbaren Materialien.

Solar-Lichtquellen & Notleuchten

  • Solar-Gartenleuchten: Tagsüber aufladen, abends ins Haus holen
  • LED-Campingleuchten: Batteriebetrieben, hell, effizient
  • Notlicht mit Bewegungsmelder: Schaltet sich automatisch bei Stromausfall ein

🔋 Energie & Geräte laden

Smartphone, Radio, Taschenlampe – ohne Strom brauchst du alternative Lademöglichkeiten.

Powerbanks

  • Kapazität: Mindestens 20.000 mAh pro Haushalt
  • Mehrere kleine Powerbanks sind besser als eine riesige (Redundanz!)
  • Regelmäßig aufladen: Alle 3 Monate testen und volladen
  • Lädt Smartphone 4–6× komplett auf

Quick Win

Powerbanks sind günstig (ab 20 €) und sofort einsatzbereit. Eine der schnellsten Vorbereitungen überhaupt.

Solarladegeräte & Kurbeldynamo

  • Solar-Ladepanel: 20–50 Watt reichen für Smartphones und kleine Geräte
  • Faltbare Solarpanels: Platzsparend, mobil einsetzbar
  • Kurbeldynamo-Radio: Mit USB-Ausgang zum Laden
  • Funktioniert ohne Batterien – nur Muskelkraft oder Sonnenlicht

Hinweis: Solarladegeräte brauchen direktes Sonnenlicht. Im Winter oder bei bewölktem Himmel nur eingeschränkt nutzbar. Powerbanks sind die sicherere Erstlösung.

Balkonkraftwerk mit Speicher

  • Ein Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher (z. B. EcoFlow PowerStream) kann bei Stromausfall Basisgeräte versorgen
  • Typische Speicherkapazität: 2–5 kWh (reicht für Licht, Kühlschrank, Laptop für mehrere Stunden)
  • Wichtig: Nur Systeme mit Notstromfunktion (Inselnetzbetrieb) funktionieren bei Blackout

💡 Langfristige Lösung

Für Hausbesitzer: Eine größere PV-Anlage mit Batteriespeicher (ab 5 kWh) ist die beste langfristige Absicherung. Siehe auch unser Balkonkraftwerk-Playbook.

🔥 Wärme ohne Strom & Gas – die wichtigste Priorität

⚠️ Priorität Nummer 1 im Winter

Was dich zuerst umbringt, braucht zuerst eine Lösung.
Ohne Heizung bei Minusgraden ist Unterkühlung die größte Gefahr. Du brauchst einen Plan B, C und notfalls D.

Plan A: Deine normale Heizung

Das ist deine Standardheizung – egal ob Gasheizung, Wärmepumpe, Ölheizung oder Pellets.

Problem: Bei Stromausfall fallen auch Ölheizung, Pelletheizung und Wärmepumpe aus (brauchen Strom für Steuerung und Pumpen).

Plan B: Kaminofen (Holz)

  • Ideallösung: Kaminofen oder Kachelofen mit Holz
  • Funktioniert komplett ohne Strom
  • Holzvorrat: 1–2 Raummeter für 10 Tage (je nach Außentemperatur)
  • Langfristig: Wenn du zur Miete wohnst – mit Vermieter sprechen
  • Einbau dauert – aber es ist die beste Backup-Lösung

Plan C: Alternative Indoor-Brennstoffe

Wenn Kaminofen nicht möglich ist, brauchst du portable Heizmöglichkeiten. Achtung: Nur für den Indoor-Einsatz zugelassene Geräte verwenden!

  • Gasheizer für Innenräume (z. B. auf Propan/Butan-Basis)
    • Produkte wie „Mr. Heat“ oder Campingheizer mit CO-Sensor
    • Gasflaschen vorrätig halten (mehrere kleine Flaschen)
    • ⚠️ Nur mit ausreichender Belüftung betreiben!
  • Petroleumheizer (z. B. Zibro, Toyotomi)
    • Funktioniert ohne Strom
    • Petroleum vorrätig halten (10–20 Liter)
    • Geruchsentwicklung einkalkulieren
  • Katalytofen
    • Mit Gasflasche betrieben
    • Niedrigere CO-Belastung als offene Flamme

⚠️ Lebensgefahr: Kohlenmonoxid (CO)

Jede Verbrennung in Innenräumen produziert CO. Niemals Grills, Campingkocher oder Heizstrahler ohne Zulassung für Innenräume verwenden.
Fenster kippen oder regelmäßig lüften. CO-Melder installieren (Batteriebetrieben, ~20 €).

Plan D: Disaster-Heizung (Notlösung)

Wenn A, B und C nicht verfügbar sind – improvisierte Heizmethoden aus Krisensituationen (z. B. Sarajevo, Bosnien-Krieg).

  • Kerzen-Heizung: Mehrere Kerzen unter einem Tontopf (geringe Wärme, aber besser als nichts)
  • Teelicht-Ofen: 4–6 Teelichter in feuerfester Schale, darüber umgedrehter Tontopf
  • Improvisierter Holzofen aus Blechfässern (nur im absoluten Notfall, hohe CO-Gefahr!)

Hinweis: Diese Methoden sind echte Notlösungen und nicht ideal. Investiere lieber vorher in Plan B oder C.

🧥 Passive Wärme: Kleidung & Isolation

Die beste Heizung ist die, die du nicht brauchst. Reduziere deinen Wärmebedarf durch richtige Kleidung und Raummanagement.

Maßnahme Effekt
Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten statt einer dicken Luftpolster isolieren besser
Schlafsäcke: Outdoor-Schlafsäcke für -10°C oder kälter Nachts warm schlafen, auch ohne Heizung
Wolldecken, Daunenjacken Natürliche Isolation
Nur einen Raum heizen (Wohnzimmer oder Schlafzimmer) Spart Energie, konzentriert Wärme
Decken vor Fenster hängen (nachts) Reduziert Wärmeverlust um 20–30%
Türen geschlossen halten Wärme bleibt im beheizten Raum
Warme Getränke (Tee, Brühe) Wärmt von innen

💡 Faustregel: Mit richtiger Kleidung und einem Schlafsack hältst du auch bei 5–10°C Raumtemperatur mehrere Tage durch – ohne jede Heizung.

🍳 Kochen ohne Strom

  • Campingkocher (Gas): 1–2 Gaskocher + 5–10 Gaskartuschen
  • Spirituskocher: Brennspiritus vorrätig (1–2 Liter)
  • Outdoor-Kocher (Holz/Esbit): Für draußen (Balkon, Garten)
  • Grill (Balkon/Garten): Mit Holzkohle oder Gas

⚠️ Niemals Grill oder Holzkohle in Innenräumen! Extrem hohe CO-Gefahr. Nur Campingkocher mit Indoor-Zulassung in der Wohnung verwenden – und auch dann gut lüften.

Alternative Kochmethoden

  • Kalt essen: Wie in Schritt 1 beschrieben – viele Lebensmittel brauchen kein Kochen
  • Wasserkocher auf Campingkocher: Für Tee, Kaffee, Instant-Suppen
  • Thermoskanne: Wasser einmal aufkochen, in Thermoskanne warm halten für mehrere Stunden

Mini-Check

  • Licht: Taschenlampen, Stirnlampe, Kerzen, Ersatzbatterien vorhanden
  • Energie: Powerbank (mind. 20.000 mAh) vorhanden und geladen
  • Wärme Plan B: Kaminofen oder portable Heizung (Gas/Petroleum) vorhanden
  • Wärme Plan C: Warme Kleidung, Schlafsäcke, Decken griffbereit
  • Kochen: Campingkocher + Gaskartuschen vorrätig
  • Sicherheit: CO-Melder installiert (batteriebetrieben)

Weiter? Dann sichere die Kommunikation.

Im nächsten Schritt erfährst du, wie du ohne Strom und Internet Informationen bekommst und mit anderen in Kontakt bleibst.